| Was ist ein Störfall? Störfälle sind Zwischenfälle in Betrieben und im Verkehr, wo gefährliche Stoffe frei werden. Beispiele dafür sind: - Freiwerdende Chemikalien bei Unfällen und technischen Gebrechen in Betrieben
- Austretende Gase bzw. verflüssigte Gase bei Transportunfällen
- Giftige Gase bei Kunststoffbränden oder Bränden von Chemikalien
Mögliche Gefahrenquellen: Es wäre falsch zu glauben, dass sich Unfälle mit gefährlichen Stoffen nur in klassischen Chemiebetrieben ereignen könnten. Zahlreiche andere Industriezweige benötigen ebenfalls große Mengen an gefährlichen Stoffen: - Papier- und Zellstoffindustrie sowie Spanplatten- und Schaumstofferzeuger
Diese Betriebstypen arbeiten mit großen Mengen gefährlicher Stoffe (Schwefeldioxid, Methanol, Formaldehyd) und zählen deshalb zu den besonders gefährdeten Industriezweigen. - Lebensmittelindustrie, Kühlhäuser, Sportstätten
Was kaum jemand vermuten würde, doch Kühlsysteme und andere technische Anlagen benötigen große Mengen Ammoniak. - Düngemittellager
Solche Lager sind in Österreich aufgrund der landwirtschaftlichen Struktur weit verbreitet. Düngemittel wie Ammoniumnitrat gelten wegen der im Brandfall frei werdenden Gase als „sensible Substanzen“. - Flüssiggashandel und Lagerung
Die Lagerstätten für Flüssig- und Erdgas sind die größte Gruppe der gefährlichen Stoff in Österreich. Gefahrenquelle Verkehr:  Die grünen Bereiche markieren Risikogebiete Sie wohnen in einem solchen Gebiet? Machen Sie sich mit den Sirenensignalen vertraut Bestellen Sie den kostenlosen Ratgeber Störfallschutz Leider besteht auch für Menschen, die nicht unmittelbar in der Nähe eines Industriegebietes wohnen, die Gefahr von Störfällen. Jährlich werden allein in Österreich 35 Millionen Tonnen gefährlicher Güter transportiert, das sind 15% des gesamten Güttransports. Ein Großteil davon wird mit Lastkraftwagen transportiert. 15 bis 25 dieser Gefahrenguttransporte verunglücken jedes Jahr auf Österreichs Straßen. Was tun, wenn Sie als erster zu einem verunglückten Gefahrenguttransport kommen? GAMS – Regel G efahr erkennen - Gefahrzettel
- Warntafeln (orange Farbe, rechteckige Form)
- eigene Wahrnehmung (Rauch, Flammen, Geruch…)
- Information durch den Gefahrgutlenker
A bsperrenRasch den Gefahrenbereich verlassen. - Mindestens 60m, besser 300m, bei Sprengstoffen bis 1.000m
- Windrichtung beachten – seitlich oder gegen den Wind entfernen
- Anrainer und Neugierige warnen
M enschen retten - Bergung Verletzter und Erste-Hilfe nur wenn die eigene Sicherheit nicht gefährdet ist.
S pezialkräfte anfordern - Beschreiben Sie die besondere Situation (z.B. Nummer auf der Warntafel)
Bedeutung der Warntafeln bei Gefahrenguttransporten: |  | Die allgemeine Kennzeichnung mit einer rechteckigen, orangen Tafel mit schwarzem Rand, deutet prinzipiell auf einen Gefahrguttransport hin. |  | Die Stoffnummer (oben) dient den Einsatzkräften zur genauen Identifikation des Gefahrenguts (X 423 steht für Natrium). Die Gefahrennummer (Kemler-Nummer/ unten) besteht aus zwei oder drei Ziffern. Bei Unfällen mit gefährliche Stoffen kann es auf fünf Wegen zu einer Belastung der Menschen kommen. Meist treten mehrere dieser Belastungspfade auf. Es können Substanzen freigesetzt werden, die durch Einatmen verunreinigter Luft (Inhalation), den Verzehr kontaminierter Nahrungsmittel (Ingestion) oder durch oberflächliche Verunreinigung von Personen und Sachen (Kontamination) zu Verätzung oder Vergiftungen führen Mehr dazu | | | | Gefahr für den Menschen Je nach Art des Unfalls und Stoffs können bei Störfällen sehr unterschiedliche Bedrohungsszenarien auftreten: |  | Explosionen Explosionen bergen vor allem zwei Gefahren, zum einen die Verletzungsgefahr durch die Druckwelle der Explosion selbst, zum anderen Verletzungen durch herumfliegende Teile.Die Druckwelle kann so stark sein, dass noch in einigen hundert Metern Entfernung Fenster zu Bruch gehen.Die Gefahr für den Menschen besteht vor allem darin, von der Druckwelle umgeworfen zu werden. In unmittelbarer Umgebung der Explosion kann die Druckwelle jedoch so stark sein, dass Trommelfelle reißen oder durch Lungenrisse auch Todesopfer möglich sind.Solche Verletzungen sind allerdings nur auf dem Betriebsgelände zu erwarten, da Druckwellen mit der Entfernung rasch an Kraft verlieren. |  | Brände Brände sind die historisch am längsten untersuchten Unfalltypen in Betrieben, was zur Folge hat, dass vorbeugende Maßnahmen zum Brandschutz sehr gut entwickelt sind. Auch hat die Vergangenheit gezeigt, dass Brände meist auf das Betriebsgelände eingegrenzt werden können.Die Hauptgefahren bei Bränden gehen von giftigen Brandgasen und Sekundärereignissen, wie der Explosion von Gasbehältern oder ähnlichem aus. BLEVE (Boiling Liquid Expanding Vapour Explosion):Mit diesem Namen wir das Phänomen beschrieben, das meist bei einer Explosion von Flüssiggasbehältern zu beobachten ist.Ausgelöst durch ein Feuer in der unmittelbaren Umgebung oder anderen Gebrechen kann es bei Flüssiggasbehältern zu einem plötzlichen Bersten oder brechen der Druckwände kommen. In diesem Fall breitet sich eine Feuerkugel explosionsartig aus, dabei wird soviel Hitze frei, dass selbst in einigen 100 Metern noch Hautverbrennungen auftreten können. | Toxische Gase Während Explosionen und Brände je nach Intensität als örtlich begrenzte, lokale Ereignisse betrachtet werden können. Stellen toxische Gaswolken eine Bedrohung für ganze Regionen dar.Der Austritt von giftigen Gaswolken und deren Ausbreitung über bewohntem Gebiet ist sicher der Unfalltyp mit der größten Gefährdung für die Bevölkerung. Gase können sich mit dem Wind über große Flächen ausbreiten, gleichzeitig Schützen auch stabile Mauern kaum vor dem Eindringen von Giftgasen.Eine besondere Gefahr geht von so genannten Schwergasen aus. Die meisten in der Industrie eingesetzten Gase sind Schwergase, das bedeutet sie sind schwerer als Luft und bleiben deshalb lange in Bodennähe ohne sich zu verdünnen. Eine besondere Gefahr stellt dies in Tälern und Senken dar. Warnung und Alarmierung bei einem Störfall Wie auch bei anderen Katastrophen, wird die Bevölkerung mittels der drei Zivilschutzsirenensignale „Warnung“, „Alarm“ und „Entwarnung“ alarmiert. | | | |
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