Strahlenschutz
   
Österreich ist umgeben von Atomkraftwerken. 10 von insgesamt 89 AKW´s liegen unmittelbar an Österreichs Grenzen, viele davon sind veraltet und/oder verfügen über keine Schutzhülle (Bohunice /Slowakei, Mochovce/ Slowakei, Dukovany/ Tschechische Republik), die im Falle einer Kernschmelze den Austritt von radioaktivem Material verhindern würde. Atomkraftwerke sind hoch komplexe Anlagen, technische und menschliche Fehler können niemals 100% ausgeschlossen werden. Ein einziger Fehler jedoch, genügt, um weite Teile Mitteleuropas für viele Jahre unbewohnbar zu machen.

Strahlenalarm - Wie erfahren wir von einem Unglück?
Der Super-Gau in Tschernobyl hat gezeigt, dass politische Interessen wichtiger waren, als die schnelle Information der europäischen Öffentlichkeit. So hat Europa erst Tage nach dem Unglück davon erfahren, als die radioaktive Wolke bereits auf dem Weg zu uns war.

Das Frühwarnsystem

Damit das nie wieder passiert, verfügt Österreich über eines der modernsten Frühwarnsysteme weltweit. 340 Messstationen und 10 Luftmonitore in Grenznähe messen ununterbrochen die Strahlung in der Luft. (die Werte können laufend eingesehen werden auf der Teletext-Seite 623 oder unter teletext.orf.at/ Seite 623) Wird dabei ein erhöhter Wert gemessen, wird sofort Strahlenalarm gegeben?

Das Frühwarnsystem

Wie klingt der Strahlenalarm?

Wie vor anderen Katastrophen, wird die österreichische Bevölkerung auch im Falle eines Reaktorunglücks mit Hilfe der drei Zivilschutzsirenensignale „Warnung“, „Alarm“ und „Entwarnung“ informiert. Hier kommen Sie zu den akustischen Signalen www.szsv.at

Strahlenalarm – Was passiert?

  • Wenige Minuten nach der Alarmierung sind zehntausende Profihelfer, Mitarbeiter der Einsatzorganisationen, der Polizei und des Bundesheeres im Einsatz. Ihre Arbeit wird durch detaillierte Alarmpläne geregelt. Die Koordination der Schutzmaßnahmen erfolgt durch das im Bundeministerium für Inneres eingerichtete staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement (SKKM).
    Der österreichische Strahlenschutzist international anerkannt.
  • Trotzdem kann nicht gleichzeitig an jedem Ort ein ausgebildeter Helfer zur Stelle sein. Im Fall einer Katastrophe sind Sie möglicherweise – zumindest für kurze Zeit – auf sich gestellt.

Strahlenalarm – DAS MÜSSEN SIE TUN!

Vor dem Durchzug der radioaktiven Wolke:

  • Im Freien befindliche Gegenstände (Spielsachen, Wäsche etc.) und Haustiere ins Haus bringen.
  • Nachbarn verständigen, denken Sie an Kinder und Hilfsbedürftige.
  • Wohnung oder andere schützende Räumlichkeiten aufsuchen.
  • Radio / TV (ORF) einschalten
  • Alle Fenster und Türen schließen, Lüftungen abschalten.
  • Wenn vorhanden, Schutzfiltersysteme einschalten
  • Zugluft vermeiden, auf Kaminöffnungen und Entlüftungssysteme achten, da hier Luft von außen eindringen kann.
  • Insbesondere bei alten Fenstern und Türen die Fugen mit breiten Klebestreifen verkleben, nach einiger Zeit für Frischluftzufuhr aus angrenzenden Räumen sorgen.
  • Kaliumjodid-Tabletten vorbereiten und bei behördlicher Empfehlung einnehmen.

Grafik Fallout

Während des Durchzugs der radioaktiven Wolke:

  • Aufenthalt im Freien meiden, um möglichst wenig mit dem Fallout (radioaktiver Staub der mit dem Wind zu uns getragen wird) in Kontakt zu kommen.
  • Bei behördlicher Empfehlung Kaliumjodid-Tabletten einnehmen .
  • Staubabsorbierende Raumfilter oder, wenn vorhanden, spezielle Strahlenschutzfilter für Wohnungen verwenden.
  • Längeren Aufenthalt unmittelbar vor Fenstern wegen erhöhter Strahlenbelastung meiden.
  • Bei unbedingt notwendigem, längerem Aufenthalt im Freien sollte leicht zu reinigende Kleidung mit glatten Oberflächen (Regenschutz) und ein Mund-/ Nasenschutz (Feinstaubmaske) getragen werden.
  • Bei kürzeren Aufenthalten im Freien (z.B. Heimweg von der Schule oder vom Arbeitsplatz) können auch vor Mund und Nase gehaltene (feuchte) Tücher als Atemschutz verwendet werden.
  • Vor dem Betreten der Wohnung Schuhe und Oberbekleidung vor der Eingangstüre ablegen und später durch Abbrausen oder feuchtes Abwischen vom radioaktiven Staub reinigen.
  • Räumlichkeiten mit massivem Mauerwerk und wenigen Fenstern bevorzugen. Dachausbauten, Veranden, Holzhäuser etc. aufgrund der geringen Abschirmwirkung meiden.

Nach dem Durchzug der radioaktiven Wolke

  • Nach dem Durchzug der radioaktiven Wolke, also dann, wenn der Fallout sich aus der Luft auf dem Boden und anderen Flächen im Freien abgelagert hat, ist Reinlichkeit in jeder Hinsicht erforderlich.
  • Schuhe vor dem Betreten der Wohnung ausziehen
  • Fußböden, Heizkörper, Lampen usw. feucht reinigen. Fenster und Fernsterbänke waschen, Teppiche nicht klopfen sondern absauen oder nass reinigen.
  • Nur Staubsauger mit Feinfiltersystemen verwenden!
  • Täglich gründlich duschen, Hände, Haare und Bart besonders gründlich waschen.
  • Haus und unmittelbare Umgebung (Zufahrten, Aufgänge, Balkone, Terrassen etc.) mit Wasserschlauch abspritzen.
  • Bei allen Reinigungsarbeiten Staubaufwirbelung vermeiden.
  • Kein Obst und Gemüse aus dem Garten essen. Gemüse aus Glashaus bevorzugen (Empfehlungen der Behörden beachten)
  • Nach Möglichkeit Lebensmittel verwenden, die noch vor der radioaktiven Belastung (Vorrat) hergestellt wurden.
  • In jedem Fall sollten Ratschläge und Anordnungen der Behörden beachtet werden (Radio, TV, Printmedien, Anschläge, Lautsprecherdurchsagen.

WAS KÖNNEN SIE HEUTE SCHON TUN?

Ein Haushaltsvorrat gibt Sicherheit

Ein Großteil der Strahlenbelastung erfolgt durch die Nahrungsaufnahme. Ein Lebensmittelvorrat für 14 Tage kann diese Belastung deutlich verringern und Sie können während des Durchzugs der radioaktiven Wolke in der Wohnung bleiben. Private Vorräte geben den Behörden Zeit, überlegt zu reagieren und die Versorgung mit unbelasteten Lebensmitteln zu sichern. Ein Vorrat schafft Sicherheit für viele Situationen www.szsv.at

Weitere vorbeugende Maßnahmen und detailliertere Informationen zum Strahlenschutz können Sie unserem Ratgeber "Strahlenschutz" entnehmen, den sie kostenlos bestellen können

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