Hochwasserschutz
   

Hochwasser ist in der Natur kein außergewöhnliches Ereignis, sie treten regelmäßig auf, verändern Flussläufe und bringen wichtige Nährstoffe in die Landschaft entlang des Flusses.

 

Doch überall dort wo der Mensch nahe an Gewässern siedelt, wird aus dem natürlichen Ereignis des Hochwassers schnell eine Hochwasserkatastrophe. Neueste Erkenntnisse der Vereinten Nationen lassen für die nächste Zukunft darauf schließen, dass große Hochwasserereignisse (Jahrhunderthochwasser) nicht häufiger auftreten als früher, dass aber regionale Starkregenereignisse oder Schmelzwasserströme sehr wohl und immer öfter in begrenzten Gebieten auftreten werden. Bedingt durch den Klimawandel, deutlich öfter als früher. Davon sind auch Menschen betroffen, die in Gebieten wohnen, wo Hochwasser bisher kein Thema war.

 

Hinzu kommen die Begleiterscheinungen von Hochwasserereignissen, wie Murenabgänge und Hangrutschungen, die all jene Menschen betreffen, die in der an und für sich  Hochwassersicherenzone der Hügel und Berghänge wohnen. Der Klimawandel hat es also mit sich gebracht, dass Hochwasserschutz ein Thema für die breite Masse der Bevölkerung geworden ist.

 

Seit 1987 gab es in Salzburg 13 als historisch geltende Hochwasserereignisse, sieben davon ereigneten sich im Monat August. Aber was kann der oder die Einzelne tun, um sich auf ein Hochwasser vorzubereiten?

 

Was kann „HOCHWASSER“ für den Betroffenen bedeuten?

- Ertrinken

- Trennung der Familien

- Evakuierung (hier empfiehlt es sich vorbereitet zu sein Link Bevorraten

- Umweltverschmutzung

- Finanzieller Schaden bis hin zur Existenzgefährdung

 

Im Sinne des Selbstschutzes kann sich jeder vorbereiten und seine persönliche „Verhaltensvorsorge“ treffen.

TIPP 1: Feststellung des persönlichen Risikos. Wohnen sie in der nähe von Gewässern, an einem Hang oder in einem Gebiet mit hohem Grundwasser- spiegel. Informieren sie sich in ihrer Gemeinde (SIZ) über das Gefährdungs- potential in ihrem Gebiet, fragen sie auch nach speziellen Sirenensignalen für Überschwemmungen.

 

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TIPP 2:Grundausrüstung bereithalten!

Netzunabhängiges Radio

Netzunabhängige Notbeleuchtung

Netzunabhängige Kochgelegenheit

Gummistiefel und Regenschutz

Folien, Sandsäcke, Bretter zum Abdichten

Pumpe zur Kellerentwässerung

TIPP 3: Erstellen sie einen Notfallplan mit Ihrer Familie. Wo ist wer zu welchem Zeitpunkt? Wer macht was? Wo trifft man sich, wenn der Weg nachhause zu gefährlich geworden ist? Wohin geht man, wenn man das Haus verlassen muss? Wie wird kommuniziert?

TIPP 4: Jedes Familienmitglied sollte wissen, wo sich die Hauptschalter für Wasser, Strom, Gas, Öl etc. befinden.

TIPP 5: Vereinbaren sie mit Freunden oder Verwandten, wo sie ein Notquartier beziehen könnten.

TIPP 6: Überprüfen sie im eignen Bereich, ob bauliche Maßnahmen eine Gefahr für das eigene Haus oder die Nachbarn darstellen könnten (Stützmauer, Biotop etc.)

Ergreifen sie bei unmittelbarer Hochwassergefahr Maßnahmen im Haus:

  • Türen und Fenster mit Klappen/Brettern, Folien oder Sandsäcken sichern!
  • Überflutungsgefährdete (Keller-) Räume und Tiefgaragen freimachen.

- keine gefährlichen Stoffe/Chemikalien lagern

- keine hochwertigen Möbel abstellen

- keine wertvollen Bodenbeläge verwenden

- Autos in sichere Bereiche bringen

  • Heizung und elektrische Geräte sichern bzw. abschalten
  • Strom und Gas in gefährdeten Räumen abschalten
  • Hausentwässerungsanlage und Rückstauklappe im Keller überprüfen
TIPP 7: Überschwemmungen können das Trinkwasser ungenießbar machen, denken sie an die notwendige Trinkwasserbevorratung (2 Liter pro Tag und Person, kohlensäurehaltiges Mineralwasser ist länger frisch).

TIPP 8: Überprüfen sie, wo sich gefährliche Stoffe im Haus befinden und wie diese in Sicherheit gebracht werden können (Umweltgefährdung)

TIPP 9: Legen sie eine Dokumentenmappe an, in der sie alle wichtigen Dokumente sammeln (Staatsbürgerschaftsnachweis, Geburts- und Heiratsurkunde, Ausweise, Zeugnisse, Versicherungspolizzen, Kaufverträge, Sparbücher)

TIPP 10: Organisieren sie Nachbarschaftshilfe, Kommunikation mit den Nachbarn ist entscheidend wenn andere Kommunikationsmittel, wie das Telefon ausfallen.

Nehmen sie das Hochwasser ernst!

Beachten sie die Absperrungen der Einsatzkräfte und meiden sie die Uferbereiche. Das Wasser fließt mit ungeheurer Kraft. Befahren sie keinesfalls überflutete Straßen mit ihrem PKW!

Salzburg verfügt über einen Hochwasserwarndienst. In den Sommermonaten Mai bis September und bei außergewöhnlichen Wetterlagen auch in den übrigen Monaten, ist ständig ein erfahrener Hydrologe, der mit HYDRIS die Niederschlags- und Abflusssituation beobachtet, in Bereitschaft.

 

Ab einem Pegelstand von 550cm am Pegel Salzburg/Salzach bzw. 400 cm am Pegel Siezenheim/Saalach ist der Hochwasserwarndienst rund um die Uhr besetzt.

Auskünfte zur aktuellen Hochwassersituation an der Salzach und Saalach erhalten Sie unter

 

0662/8042/4644 oder

0662/8042-4318

Stündlich aktuelle Informationen zu Pegelständen unter

www.salzburg.gv.at

Weitere Selbstschutzmaßnahmen und baulich-technische Maßnahmen können sie mit unserem Ratgeber „Hochwasser“ downloaden. Link Ratgeber Hochwasser