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| Wenn die Erde bebt…zuerst Haiti dann Chile! |
02-03-2010 | 15:45
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| Auch wir könnten betroffen sein |
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| Im Jänner 2010 ereignete sich im Karibikstaat Haiti
ein verheerendes Erdbeben, dessen Folgen die
gesamte Region in Unsicherheit stürzen könnte.
Mehr als 300.000 Menschen verloren ihr Leben,
1.200.000 Obdachlose kämpfen auf den Straßen
ums blanke Überleben. Ende Februar bebte die
Erde auch im südamerikanischen Chile; etwa 700
Menschen kamen dabei ums Leben, der
wirtschaftliche Schaden für den kleinen Andenstaat
ist noch nicht abzuschätzen. |
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| Die Medien lieferten von diesen beiden
Naturkatastrophen ein erschreckendes Bild der
Lage vor Ort; Tsunamiwarnungen und Berichte von
Plünderungen hielten Einzug in unsere
Wohnzimmer. Nur selten wurde die
Berichterstattung mit Verhaltensregeln ergänzt, wie
man sich bei einem Erdbeben größeren Ausmaßes
zu verhalten hat. Auch wenn Mitteleuropa nicht im
Epizentrum der Erdbebengefahrenzone liegt, so
grenzt Österreich immerhin an eine
plattentektonisch aktive Umgebung, das Erdbeben
im italienischen L´Aquila letzten Jahres sollte uns
allen eine Warnung sein, über die Verhaltensregeln
im Ernstfall Bescheid zu wissen.
Die langzeitige Voraussage von Erdbeben
funktioniert sehr gut, darüber sind sich Forscher
weltweit im Klaren. Statistisch betrachtet ereignet
sich alle 75 Jahre auf österreichischem Grund und
Boden ein Erdbeben, das zerstörerische Ausmaße
erreicht. So geschehen am Vormittag des 16. April
1972 in Seebenstein/Niederösterreich:
Ein Erdstoß der Stärke „7“, laut Mercalli/Sieberg-
Skala die viert-höchste Stufe, erschütterte das
Wiener Becken. Die Folgen waren damals bis Wien
spürbar, wo die Feuerwehr zu über 800 Einsätzen
gerufen wurde. Neben zahlreichen Sprüngen und
Rissen in Wohnhäusern, wurde vor allem die
Wiener Universität beschädigt: Teile der Balustrade
fielen auf die Straße, unzählige Schornsteine im
Stadtgebiet von Wien wurden beschädigt.
Auch wenn beim letzten österreichischen Erdbeben
keine Menschen ums Leben kamen, so sollten
gewisse Verhaltensregeln bekannt sein, um für den
Ernstfall – sowohl in Österreich als auch im
Ausland – gerüstet zu sein. Folgende Tipps erhöhen
die Chance, ein Erdbeben unbehelligt zu
überstehen:
• Grundsätzlich gilt es, für Sicherheit im
Haus zu sorgen; das bedeutet die Verankerung von
schweren Möbeln an der Wand, ein gut befestigter
Warmwasserspeicher und die Überlegung, ob Bilder
oder Regale im Schlafzimmer bei einem Erdbeben
zur Gefahrenquelle werden. Neben einer guten
Instandhaltung des Hauses oder der Wohnung gibt
die ÖNORM B 4015 Richtlinien über die baulich-
technischen Voraussetzungen eines sicheren
Gebäudes;
• Ein krisenfester Haushalt beinhaltet
neben Lebensmitteln auch eine Taschenlampe,
Kerzen, ein Batterieradio mit Ersatzbatterien und
ein Erste-Hilfe Paket. Da die Einsatzorganisationen
nach einem Unglück sehr stark gefordert sein
werden können diese einfachen Mittel Leben retten!
• Während des Erdbebens sollten Plätze
im Haus aufgesucht werden, an denen man vor
herunterfallenden Gegenständen geschützt ist.
Ebenfalls sollte es vermieden werden, an Fenstern
Schutz zu suchen. Wichtig: Nicht ins Freie laufen!
Die Gefahr, von herunterfallenden Dachziegeln,
Mauerstücken oder Leitungen getroffen zu werden,
ist nicht zu vernachlässigen.
• Im Freien befindliche Personen sollen
dort bleiben und einen Sicherheitsabstand zu
Gebäuden und Stromleitungen einhalten. Unter
Sicherheitsabstand versteht man normalerweise
die halbe Gebäudehöhe. In engen Straßen am
besten den nächsten Hauseingang aufsuchen.
• Nach einem Erdbeben den
Stromhauptschalter ausschalten, das Gas abdrehen
und versuchen, mit den eigenen Feuerlöscher
kleine Brände zu löschen.
Außerdem:
• Radio einschalten und Instruktionen
über das weitere Verhalten abwarten;
• Häuser und Wohnungen erst wieder
betreten, wenn diese von Fachkräften als sicher
bezeichnet werden.
• Falls nötig, anderen Personen Hilfe
leisten!
Weitere Auskünfte bietet Ihnen das
Sicherheitsinformationszentrum in Ihrer Gemeinde
(www.siz.cc), oder der Erdbebendienst des
Zentralamtes für Meteorologie und Geodynamik in
Wien (www.zamg.ac.at). |
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