Kaliumjodidtablette: Schule JA-zu Hause NEIN!
12-09-2008 | 09:03

Kostenlose Vorsorge für Kinder und Jugendliche
 
Auch heuer werden zu Schulbeginn wieder viele Eltern und Erziehungsberechtigte die „Einverständniserklärung zur Abgabe von Kaliumjodidtabletten an Schulen und Internaten“ unterschreiben. Es stellt sich aber hier die Frage warum diese Prophylaxe in den Schulen aufliegt, aber in den meisten „privaten Hausapotheken“ fehlt? Da die meisten Kinder nur rund ein Viertel ihrer Zeit in der Schule verbringen, rät der Salzburger Zivilschutzverband die Bevorratung mit der Kaliumjodidprophylaxe zu ergänzen.
 
Während die Akzeptanz der Kaliumjodidprophylaxe an den Schulen mit ungefähr 90% sehr hoch ist, hat eine Nachfrage bei Apotheken in Salzburg ergeben, dass es kaum Familien gibt, die die Kaliumjodidtablette auch zuhause lagern. Man rechnet, dass nur ca. drei bis vier Prozent der Bevölkerung über einen eigenen Kaliumjodidvorrat verfügen. Zwar stehen die Tabletten allen Kindern unter 18 Jahren, Schwangeren und stillenden Müttern kostenlos zur Verfügung und auch für die anderen Bevölkerungsgruppen sind die Tabletten mit einem Preis von €1,70 pro 10er Packung erschwinglich, allerdings fehlt nach Angaben des Salzburger Zivilschutzverbandes das Problembewusstsein
„Wir raten den Eltern dringend, der Versorgung ihrer Kinder mit Kaliumjodid zuzustimmen. Im Ernstfall ist es ein effektives Mittel, um ihr Kind vor einer der häufigsten Folgeerkrankungen, dem Schilddrüsenkrebs, zu schützen. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus anderen Ländern, dass Nebenwirkungen nur bei sehr wenigen Prozent der Bevölkerung auftreten und meist nur schwach ausgeprägt sind,“ appelliert HR Manfred Rothschädl, Präsident des Salzburger Zivilschutzverbandes an die Eltern.

Kinder und Jugendliche besonders gefährdet!

Aufgrund des kleineren Schilddrüsenvolumens sind Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr besonders gefährdet. Es ist deshalb wichtig, dass sie im Falle eines Reaktorunglücks schnell mit Kaliumjodid versorgt werden. Zu diesem Zweck wurde 1990 flächendeckend das System der staatlichen Kaliumjodidprophylaxe eingeführt.

Die Kaliumjodidtablette hat eine Laufzeit von 8 Jahren und die derzeitige Bevorratung läuft Österreich weit laut Apothekerkammer im Dezember 2009 aus. Es wird zu diesem Zeitpunkt wieder eine flächendeckende Austauschaktion geben und neue Packungen bereit liegen.

Die Kaliumjodidtablette ist ein Medikament, das der menschlichen Schilddrüse große Mengen an Jod zuführt. Dadurch kann die Aufnahme von radioaktivem Jod, das bei einem Reaktorunglück freigesetzt wird, verhindert werden. Radioaktives Jod, das in die Schilddrüse gelangt, kann Schilddrüsenkrebs verursachen. Wie das Unglück von Tschernobyl gezeigt hat, ist Schilddrüsenkrebs eine der häufigsten und gleichzeitig schwersten Erkrankungen nach einem Reaktorunglück.

Bei Fragen bezüglich der Kaliumjodidprophylaxe können Sie sich jederzeit an den Salzburger Zivilschutzverband wenden.


 
   
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