BAULICH TECHNISCHER SCHUTZ

Man unterscheidet im Wesentlichen drei Arten:

Der Behelfsschutz – Vorbereitung für den Ernstfall

Nicht jeder hat die Möglichkeiten die eigene Wohnung oder das eigene Haus mit einem Schutzraum oder einer Teilschutzbelüftungsanlage auszurüsten – hier spricht man vom Behelfsschutz. Das bedeutet aber nicht, dass man nichts tun kann.

Im Falle eines Reaktorunglücks ist seitens der Behörden vorgesehen, dass die Bevölkerung für maximal 14 Tage in ihren Häusern und Wohnungen verbleiben muss. Die Koordination der Schutzmaßnahmen erfolgt in Krisenfällen größeren Ausmaßes durch das Staatliche Krisenmanagement, das im Jahre 1986 nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl durch den Beschluss der Bundesregierung eingerichtet wurde.
In diesen 14 Tagen hat der Staat Zeit Dekontaminierungs- Arbeiten durchzuführen, beziehungsweise nimmt  die Strahlenbelastung, durch natürliche Verdünnung – besonders am Anfang sehr rasch ab.

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Woraus besteht der Behelfschutz:

  • Wählen sie einen Raum, der Einwirkungen von außen möglichst wenig Angriffsfläche bietet, ideal ist ein Kellerraum, oder ein Raum, der von anderen Räumen umgeben ist. (keine Außenwand). Schlecht sind dagegen Räume unter dem Dach, mit großen Fenstern oder angrenzenden Wintergärten.
  • Im Ernstfall kleben Sie sämtliche Fenster und Außentüren mit einem ca. 5 cm breiten Klebeband ab, damit verhindern sie, bzw. minimieren sie den Luftaustausch in der Wohnung.
  • Achten sie auch auf Lüftungen in Küchen und bei Kaminen und dichten sie diese notfalls mit Folie ab.
  • Sorgen sie für Frischluft, indem sie erst Luft aus anderen Räumen nutzen.
  • Wenn sich das Lüften nicht mehr vermeiden lässt, öffnen sie die Fenster nicht in dem Raum, in dem sie sich am meisten aufhalten.
  • Vermeiden sie bei Strahlenalarm den Aufenthalt vor Fenstern (höhere Strahlenbelastung)


Vorteile:

  • Geringe Vorbereitungsmaßnahmen
  • Auch noch im letzten Moment großteils durchführbar
  • Kostengünstig
  • Verbleiben in gewohnter Umgebung möglich
  • Bei massiver Bauweise relativ guter Schutz gegen äußere Strahlung. Dichte Verbauung im städtischen Raum führt zu einer zusätzlichen Verringerung der Strahlung.


Nachteile:

  • Bei Leichtbauweise der Außenwände oder Decke, direkt unter Flachdächern oder in kleineren, frei stehenden Gebäuden nur geringer Schutz gegen äußere Strahlung.
  • Wenig Schutz gegen Gewalteinwirkung (Explosion, Splitter und Trümmereinwirkung).
  • Je nach Dichtheit der Fenster nur geringer Schutz gegen Schadstoffe in der Luft.

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KONTAKT: SALZBURGER ZIVILSCHUTZVERBAND +43 (0)662 839990 office@szsv.at

TEILSCHUTZ Sicherheitswohnung

Teilschutz bietet die Sicherheitswohnung bzw. der Sicherheitsraum (pro Person mind. 2m² Grundfläche). Darunter sind ein bestehender Wohn- oder Kellerraum oder auch mehrere zusammenhängende Räume zu verstehen, in denen ein spezieller "Strahlenfilter" - eine so genannte Teilschutz-Belüftungsanlage (TBA)eingebaut sind. Der nachträglich einbaubare Schutzfilter ist eine österreichische Entwicklung und wird anstelle eines bestehenden Fensters installiert. Die Filterung der Luft erfolgt über einen integrierten Schwebstoff- und Aktiv-Kohle-Filter.
Der Filter bläst gereinigte Luft in den oder die angrenzenden Räume und erzeugt einen leichten Überdruck, dadurch kann die Strahlenbelastung im Falle eines Reaktorunglücks unter 1% reduziert werden.

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Zusätzlicher Tipp: Bei Betrieb nicht in der Nähe des Filterfensters aufhalten

Sicherheitswohnung bzw. Sicherheitsraum mit eingebautem Filter
Soll aus dicken Ziegel- bzw. Betonwänden bestehen. Leichte Baustoffe wie Holz, Dämmstoffe oder Gipskarton eignen sich nicht als Schutz gegen Strahlung. Bei der richtigen Auswahl des Raumes sollen alle optimalen Kriterien eines Sicherheitsraumes (Behelfsschutz) zusätzlich überlegt sein
Während ein Schutzraum auch vor den Folgen eines Atombombeneinsatzes schützen kann, genügt für den Schutz nach einem Reaktorunglück meist auch der Schutz der eigenen vier Wände in Kombination mit einem Luftfilter (Teilschutz -Belüftungsanlage – TBA). Die Kosten betragen ca. € 2.500,- bei einer Mindestleistung des Lüfters von 60 m³/h (reicht für einen Raum mit einem Fenster und einer Tür) Stand der Kosten: 2001


Woraus besteht eine Sicherheitswohnung:

  • Wählen sie für den Sicherheitsbereich in Ihrer Wohnung Räume aus, die über möglichst dichte Wände (Ziegel, Beton) verfügen und möglichst wenige Fenster besitzen. Dachzimmer, Zimmer mit Holzwänden oder Zimmer mit großen Fenstern sind aufgrund der schlechten Isolationswirkung gegen Strahlen nicht geeignet. Besser ist ein Kellerraum oder ein Raum innerhalb des Hauses. (siehe Abb.)
  • Der Sicherheitsbereich Ihrer Wohnung kann aus einem oder mehreren aneinandergrenzenden Zimmern bestehen.
  • Für jede Person in der Sicherheitswohnung sollten 2 m2 eingerechnet werden.
  • Achten sie darauf, dass andere Lüftungsanlagen ausgeschaltet sind.


Vorteile:

  • Bietet guten Schutz gegen Einatmen verunreinigter Luft
  • Verbleiben in gewohnter Umgebung möglich
  • Bei massiver Bauweise relativ guter Schutz gegen äußere Strahlung. Dichte Verbauung im städtischen Raum führt zu einer zusätzlichen Verringerung der Strahlenbelastung.

Nachteile:

  • Bei Leichtbauweise der Außenwände oder Decke, direkt unter Flachdächern oder in kleineren, frei stehenden Gebäuden nur geringer Schutz gegen äußere Strahlung.
  • Wenig Schutz gegen Gewalteinwirkung (Explosion, Splitter und Trümmereinwirkung).


ACHTUNG: Die beste Sicherheitswohnung ist nutzlos, wenn sie während der Krisensituation ins Freie gehen müssen, um Nahrung, Wasser, Medikamente oder Hygieneartikel zu besorgen. Eine Sicherheitswohnung schützt nur in Verbindung mit der entsprechende Bevorratung. LINK BEVORRATUNG

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Grundschutz – Der Schutzraum

 Unter einem Schutzraum versteht im Allgemeinen einen Kellerraum mit speziell verstärkten Wänden und trümmersicherer Decke. Ein Schutzraum hat keine direkten Öffnungen ins Freie (Fenster oder Türen).
Die Luftzufuhr erfolgt durch einen Strahlenschutz- oder Staubfilter (Sand, Aktivkohle). Weiters ist der Schutzraum mit Überdruckventilen ausgestattet, welche verbrauchte Luft hinaus, aber keine hinein lassen.

Folgende Merkmale sollte ein Schutzraum aufweisen:

  • Strahlensicherheit
  • Trümmersicherheit
  • Brandsicherheit

Wo soll der Schutzraum untergebracht sein?
Im Keller und möglichst an der tiefsten Stelle, weil man hier optimal gegen Strahlung geschützt ist. Und er sollte seitlich verschoben gegenüber dem Kellerabgang bzw. dem Garagentor angeordnet sein: Damit ist nach dem Abwinkelungsprinzip ein Höchstmaß an Strahlen-, Trümmer- und Brandschutz gegeben.

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Schutzraum:
fensterloser Raum (mind. 9,5 m²); Wände und Decke aus Stahlbeton; Gasdichte, brandbeständige Türe, die nach außen aufgeht; verlässliche Schutzbelüftung (Sandfilter für Zugluft);

Baukosten für Schutzraum (ohne Ausstattung):
6-10 Personen ca. 4.720,- €

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Wann hilft ein Schutzraum?

  • Wenn Radioaktivität frei wird: Bei einem Reaktorunfall kann Radioaktivität durch die Luft weit verfrachtet werden. Der Schutzraum bietet einen weitgehenden Schutz vor externer Strahlung und durch die Filterung der Zugluft auch Schutz vor dem Einatmen radioaktiver Teilchen.
  • Wenn schädliche Chemikalien frei werden: In der chemischen Industrie, der Düngemittelindustrie und der Papierindustrie, in Chloranlagen in den Bädern: Es gibt Hunderte Einsatzmöglichkeiten für Chemikalien, die bei einem Unfall gesundheitsschädlich sind. Und auch bei einem Transportunfall könnten diese freigesetzt werden. Um sich optimal schützen zu können, muss die Luft gefiltert werden. Mit Hilfe eines Sandfilters in Ihrem Schutzraum werden die meisten gesundheitsschädlichen Chemikalien aus der Luft gefiltert.
  • Wenn Krieg und Terror drohen: Ein Schutzraum kann gegen Splitter- berstendes Fensterglas oder Granaten – und gegen herabfallende Trümmer helfen.
  • Der Schutzraum kann auch vor den Folgen des Einsatzes von einzelnen Kernwaffen – nicht jedoch vor einem Atomkrieg – schützen. Allerdings nur, wenn er nicht im direkten Wirkungsbereich der Kernwaffe liegt. Durch Filterung der Luft bietet der Schutzraum auch bei Einsatz von chemischen und biologischen Schadstoffen wirksamen Schutz.
  • Wenn die Erde bebt: Mit einer trümmersicheren Decke bietet ein Schutzraum auch bei stärkeren Erdbeben bzw. deren Nachbeben Schutz. Bei der Zerstörung oberirdischer Bauten kann er als provisorische Unterkunft dienen.


Wie funktioniert ein Schutzraum:

Die Funktionsweise und der Aufbau von Schutzräumen sind in Österreich normiert. Neben entsprechend verstärkten Wänden und Decken, sowie einem Notausstieg stellt vor allem der Luftfilter ein zentrales Element des Schutzraumes dar.
Durch Sand oder Aktivkohle wird Luft angesaugt. Dadurch können radioaktive Partikel, chemische und biologische Schadstoffe aus der Luft gefiltert werden. Lediglich einige Gase (CO, CO2) können nicht aufgehalten werden.
Während der Luftfilter gereinigte Luft in den Raum hineinpumpt, sorgen Überdruckventile dafür, dass verbraucht Luft hinaus kann, aber keine kontaminierte (verunreinigte) Luft hinein gelangt.

Vorteile:

  • Schutz gegen Einatmen verunreinigter Luft
  • Schutz gegen äußere Strahlung
  • Schutz gegen Splitter und Trümmer
  • Schutz gegen Brandeinwirkung
  • Auch bei Stromausfall voll einsatzfähig

Nachteile:

  • Kein Verbleiben in der Wohnung möglich
  • Leben auf engem Raum
  • Bei nachträglichem Einbau hohe Kosten


ACHTUNG: Der beste Schutzraum ist nutzlos, wenn sie während der Krisensituation ins Freie müssen, um Nahrung, Wasser, Medikamente oder Hygieneartikel zu besorgen. Ein Schutzraum schützt nur in Verbindung mit der entsprechende Bevorratung. Link Bevorratung

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